Film: Isidor Huber und die Folgen

Schweiz 1972. 16mm, Farbe, 50 min.

Eine Parodie: Zu Ehren und zum Andenken des grossen Mitbürgers und Begründers unserer Gesellschaftsform Isidor Huber, wird ein Jahrestag gefeiert. Wie das hierzulande üblich ist, werden Reden gehalten, in denen Leben und Werk des Gefeierten sowie dessen Auswirkungen auf unser heutiges Leben dargestellt werden. Politiker und Kulturapostel – auch der Vertreter der Kirche fehlt nicht – treten ans Rednerpult und sprechen mit ungewohnter Offenheit. Jeder spricht von seiner eigenen Warte aus, aber alle haben sich mit den unmenschlichen Werten abgefunden, die vom grossen Isidor Huber in uns überlieferten „Dokumenten“ festgehalten und zum Schaden seiner Mitbürger verwirklicht wurden. Eine träfe, ironische Analyse über unser kapitalistisches Wirtschaftssystem und das dadurch bedingte Verhalten der Menschen. In reportagehaften Wirklichkeitsbildern führt uns der Film vor Augen, wie unsere Umwelt und wir selbst geprägt sind von der täglichen Konkurrenzsituation. Isidor Huber und seine ruhmreichen Taten erscheinen in eigenwilligen Trickzeichnungen: komplizierte wirtschaftliche Vorgänge und Mechanismen werden auf einfachste Art verständlich gemacht. Man wird sich diesen Film nicht nur von seiner künstlerischen Gestaltung her ansehen, sondern ebenso als These und damit als „Aufhänger“ zu lebhaften Auseinandersetzungen über die aufgegriffenen Fragen. Er enthält Zündstoff, geht es Urs und Marlies Graf in diesem Film doch um Grundlagen und Zusammenhänge unserer Gesellschaft.

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Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

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