BRAK versus GWS

Ich möchte auf den Abend, den Du in der Gewerkschaftsschule mit den Klassen 62A und 63A verbracht hast, zurückkommen, da dieser in meiner Klasse für große Diskussionen gesorgt hat. Es war eine gute Gelegenheit, das Bildungskonzept der GPA-djp kennenzulernen, und jene Person, die für das Thema Bildung in meiner Teilgewerkschaft zuständig ist, persönlich gegenüberzutreten.

Das wichtigste Thema an diesem Abend war jedoch die Stellung der Gewerkschaftsschule innerhalb der gewerkschaftlichen Bildung. Eine Aussage von Kollege Michael Meyer bei der Zertifikationsverleihung, mit dem Abschluss der GWS erwerbe ein Teilnehmer einen BrAK-Abschluss, hatte in einigen Teilgewerkschaften für Aufregung gesorgt.

Dass dies eine falsche Darstellung der Sachlage ist, steht außer Zweifel. Ich denke auch, dass Kollege Meyer etwas anderes sagen wollte und sich in seiner Rede versprochen hat. Für das muss Kollege Meyer gegenüber den Teilgewerkschaften gradestehen. Ich hoffe, Sie geben ihm auch die Gelegenheit, dies in einem persönlichen Gespräch zu tun. Denn dass er am gemeinsamen Abend keine Gelegenheit hatte, seine Sicht des Sachverhalts darzustellen und ein etwaiges Missverständnis auszuräumen, finde ich ganz fair.
Du hast uns in Deinen Ausführungen am gemeinsamen Abend ausführlich die Sicht der GPA-djp über den Unterschied von GWS und BrAK dargelegt. Es ist uns dadurch gut die unterschiedliche Ausrichtung dieser Bildungsangebote auf die Zielgruppe, für die diese Angebote jeweils gedacht sind, klar geworden: BrAK = Vorsitzende + Stellvertreter in strategisch wichtigen Betrieben; GWS = BR und einfache GW-Mitglieder. Soweit stimme ich mit Deinen Ausführungen voll und ganz überein und fand ich Deine Erläuterungen aufschlussreich.

Aber Deine Beurteilung der Qualifizierung, die diese beiden Ausbildungsprogramme, zu bieten haben, möchte ich nicht so stehen lassen. Die GWS wurde in den letzten Jahren stark reformiert und der Lehrplan so verändert, dass er neben einer Vielzahl anderer Angebote auch den Lehrplan der BrAK (weitestgehend) abdeckt. Weiters wurden Prüfungen eingeführt, die nach dem gleichen Lehrzielkatalog wie die der BrAk ausgerichtet sind. In dieser Hinsicht ist es also im Unterschied zu Deinen Darlegungen sehr wohl angebracht, GWS Wien und BrAk mehr oder weniger gleichzustellen. Denn dem VÖGB und der Leitung der GWS ist es offensichtlich ein großes Anliegen, jenen Personen, die nicht die Möglichkeit haben, die BrAK zu absolvieren, ein Bildungsangebot zu bieten, das den Erwerb von vergleichbaren Kompetenzen zulässt.

Dass Du diese Sicht am gemeinsamen Abend nicht geteilt hast, hat unter den anwesenden Kusrteilnehmern der GPA-djp große Irritationen ausgelöst, da Ihnen dies seit Kusbeginn so vermittelt wurde.

Ich finde es nicht gut, dass engagierte BR und einfache Mitglieder, die neben Ihrer beruflichen Tätigkeit ein so zeitintensives  Lernprogramm absolvieren, in der Weise verunsichert werden. Ich bin überzeugt, dass dies nicht in Deiner Absicht lag, möchte Dich aber dahingehend informieren, dass es zum Teil leider so aufgenommen wurde.

Dies wollte ich Dir hiermit ganz persönlich mitteilen, weil mir die Angelegenheit seit Wochen keine Ruhe lässt.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in BR-Basisausbildung, Hintergrundinfos, Konzept und verschlagwortet mit , von Werner Drizhal. Permanenter Link zum Eintrag.

Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

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