GPA-djp-Seminar: „Macht und Einfluss im Betrieb durch die MitarbeiterInnen“

am 31.8. haben wir drei (Petra Deutschbauer, Christoph Sykora, Claus  Faber) eine Besprechung gehabt, wie es mit den Seminaren weitergehen  soll. Folgendes unser gemeinsamer Vorschlag:

  1. Wir wollen die Weiterbildungsschiene zu Macht, Einfluss und  Aktionen  im Betrieb weiterführen. Sie macht für BR und für die GPA-djp weiterhin Sinn.
  2.  Wir lösen die Weiterbildungsschiene von den Aktionswochen. Als  Mittel, um die Aktionswochen wirksamer zu machen, ist sie nicht   effizient genug.

Was möchten wir weiter bearbeiten?
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– Macht und Einfluss in der Betriebsratsarbeit
– jenseits des Arbeitsrechts
– durch Mitarbeiter-Beteiligung und gewerkschaftliche Organisierung

Wie möchten wir Wirkung sicherstellen?
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1) durch Haltung: Die TeilnehmerInnen sind ExpertInnen für ihre eigene  Situation und sind für ihre eigene Situation selbst verantwortlich.   Wir können sie unterstützen durch theoretische und methodische Inputs  und durch die Gestaltung eines Raums, in dem sie ihr eigenes Anliegen  bearbeiten können, und in der Zusammenarbeit mit KollegInnen am  Seminar Zusammenarbeit in ihrem Betrieb kennenlernen – bis zum  „Probehandeln“ in Rollenspielen und Übesettings.

2) Durch eine Einstiegshürde. Motivation und Willen zum Handeln kann  man nicht „machen“ – das ist intrinsisch. Es überfordert ein 
Seminarsetting, soetwas wecken zu wollen. Ein Seminar kann es nur  abholen. Deswegen plädieren wir für eine Bewerbung – siehe 
Ausschreibungstext. Die Leute werden eingeladen, ein paar spezifische  Fragen per Mail an die Bildung zu beantworten. Wenn die Beantwortung  der Fragen Motivation und Willen erkennen lässt, selbst mit einem  konkreten Anliegen aktiv zu werden, dann nimmt der/die Kollege/ kollegin teil. Sonst wird man unter Umständen nochmal nachfragen  müssen und sagen, dass die Fragen ernst gemeint sind.

Ausschreibungstext:
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GPA-djp-Seminar: „Macht und Einfluss im Betrieb durch die  MitarbeiterInnen“

Text: Vieles, was uns zusteht, ist unser Recht. Aber trotzdem brauchen   wir Macht, um es zu bekommen. Wenn wir es ernst meinen, müssen wir uns  zutrauen, mächtig zu sein. Oft vergessen wir, dass wir nicht *für* die  Belegschaft stark sein können, sondern nur *mit* ihr.

Seminarziele:

  •  Neue Methoden und Sichtweisen kennenlernen, um die Belegschaft als   gewerkschaftliche Machtressource zu erkennen und einzusetzen.
  •  Einen Raum zu erleben, um …
        * die eigene Rolle inmitten Unternehmensleitung, Belegschaft,  Betriebsrat und Gewerkschaft zu reflektieren
        * gemeinsam mit KollegInnen an Problemen und ihrer Lösung arbeiten
        * ein eigenes konkretes Vorhaben oder Problem zu bearbeiten und  Lösungsansätze mitzunehmen

Zielgruppe:
Betriebsratsvorsitzende und StellvertreterInnen, die  Mitglieder der GPA-djp sind, und GPA-djp-FunktionärInnen, die konkrete 
Motivation und Willen haben, ein konkretes Thema oder Problem im   Betrieb am Seminar zu bearbeiten und danach anzugehen.

Anmeldung: Interessierte schreiben eine E-Mail an …….. mit   einer kurzen Beantwortung folgender Fragen (je ein Absatz), mit der 
sie beschreiben, Welche Themen oder Probleme sie bearbeiten und lösen  wollen:

1) Was sind die drängendsten Probleme oder Themen in Deinem Betrieb?
2) Welches Problem oder Themen möchtest Du konkret bearbeiten?
3) Welche Vorerfahrungen hast Du mit dem Thema?
4) Welche Chancen und Risiken siehst Du bei diesem Thema?
5) Welche Ideen hast du, die Du mitbringen, bearbeiten und wieder 
mitnehmen möchtest, um sie konkret umzusetzen?

Dauer: Mi 13 Uhr bis Fr 15 Uhr wäre am Besten. Termin im April oder  Mai wäre gut.
Format: Klausur, weg von große Städten. Yspertal wäre fein.
Hintergrundinformationen für Dich, die wir diskutiert haben:
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Was soll das Seminar bewirken?
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Die TeilnehmerInnen haben nach dem Seminar einen Plan, wie sie eigene
Anliegen und Vorhaben im Betrieb umsetzen bzw. wie sie bestehende 
Konflikte/Mißstände bearbeiten können.
Sie haben einige neue Methoden und Sichtweisen kennen gelernt und 
haben an ihren eigenen
Vorhaben aktiv gearbeitet. Sie erkennen die eigene Belegschaft als 
gewerkschaftliche Machtressource. Sie haben sich mit ihren 
unterschiedlichen (und mitunter widersprüchlichen) Rollenanforderungen 
(Partner für die Unternehmensführung, Konfliktlöser für die 
Belegschaft, Aufsichtsrat, GewerkschafterIn) auseinandergesetzt.
Das Seminar öffnet einen Raum, in dem dieses eigene Projekt bearbeitet 
werden kann.

(Diskussion: Natürlich möchte die GPA-djp gerne mehr: sie möchte weg 
vom Dienstleistungsverhältnis Gewerkschaft – Betriebsrat hin zu einem 
stärker betriebsorientierten Gewerkschaftsverständnis. Die 
Gewerkschaft kann und soll das auch sagen, und wir TrainerInnen können 
einen Raum anbieten, in dem dieser Zugang erfahrbar ist. Wir können 
nicht bewirken, dass es so wird, sondern nur den Gedanken anbieten. 
Meinungen und Haltungen definieren die TeilnehmerInnen selbst.)

3) Was bringen wir dazu ein?
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– Inhalte: Ideen und Fallbeispiele zu „weichen“ Methoden des 
Arbeitskampfs; Strategievorschläge und Konzepte; Modelle aus dem 
strategischen Campaigning; Modelle zu Quellen der Macht und mehr.

– Prozess: Einen Raum, der die TN schrittweise durchgehen können, um 
ihre Ziele zu erreichen. (Die TN entscheiden selbst, ob sie gehen oder 
nicht).

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Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

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